5. – 6. Schuljahr

Elona Gutschlag

Ich habe PKU, na und?

Für eine häufige Stoffwechselerkrankung sensibilisieren

Ich bereite gerade die Klassenfahrt mit meinen Sechstklässlern vor: Elternbriefe, Einverständniserklärungen, Buchungen von Museen und vieles mehr. Für die Jugendherberge fülle ich auch ein Formular zur Verpflegung aus: Wie viele meiner Schülerinnen und Schüler sind Vegetarier, Veganer oder essen kein Schweinefleisch? Wie viele haben Lebensmittelunverträglichkeiten, Allergien oder Stoffwechselstörungen? Vor allem meine Listen zu krankheitsbedingt angepassten Ernährungsweisen wurden in den letzten Jahren immer länger und ausführlicher. Diese Vielfalt an Besonderheiten liegt nicht daran, dass immer mehr Menschen krank sind. Vielmehr ermöglicht die moderne Wissenschaft, Unregelmäßigkeiten der menschlichen Verdauung genauer zu untersuchen und so zuverlässiger und frühzeitig zu erkennen (Abb. 1 ). Als Folge finden diese Krankheiten stärkere Beachtung.
Bei dieser Klassenfahrt kreuze ich im Fragebogen zum ersten Mal für eine Schülerin Phenylketonurie (PKU) an. Bis jetzt habe ich mich wenig mit der Stoffwechselstörung von Ina beschäftigt. Im Unterricht behandeln wir PKU erst im 9.10. Schuljahr (Tipp). In Büchern und auf Internetseiten finde ich bereits viele Informationen. Auch Inas Mutter beantwortet mir viele Fragen und berichtet mir von ihren Erfahrungen. Für die Klassenfahrt bin ich nun gut vorbereitet. Aber sicherlich werden auch die Kinder viele Fragen dazu haben, denn auf der Klassenfahrt wird das Thema viel präsenter als im schulischen Alltag sein. Um viele Fragen vorwegzunehmen und möglichen Unsicherheiten entgegenzuwirken, möchte ich daher PKU bereits vorab im Unterricht behandeln. Ich spreche mich mit Ina und ihrer Mutter ab. Sie sind damit einverstanden.
Tipp | Anpassung an Jahrgangsstufe 9/10
Tipp | Anpassung an Jahrgangsstufe 9/10
In Jahrgang 9/10 bietet es sich an, vom Aspekt der Vererbung der Phenylketonurie auszugehen. Diese wird autosomal-rezessiv vererbt. Mittlerweile sind mehrere Mutationen bekannt, die zu einer Funktionsstörung des Enzyms Phenylalaninhydroxylase (PAH) führen. Die Art der Mutation bestimmt, wie stark die Störung des Phenylalanin-Abbaus ausgeprägt ist. Deshalb ist es vielen betroffenen Personen auch möglich, phenylalaninhaltige Nahrungsmittel in geringen Mengen zu sich zu nehmen. In den höheren Jahrgangsstufen kann ich auch auf weitere Begleiterscheinungen beziehungsweise Störungen eingehen, die durch eine Anreicherung des Phenylalanins im Blut hervorgerufen werden.
Die Arbeitsblätter sind so gestaltet, dass ich sie auch noch in höheren Klassen einsetzen kann. Zusätzlich zu den Arbeitsblättern kann die Lehrkraft die Lernenden zur selbstständigen Internetrecherche auffordern. Die zu klärenden Fragen sollten vorher gemeinsam gesammelt werden. Bei der Recherche können folgenden Internetseiten helfen:
PKU sensibel unterrichten
Im Unterricht haben sich die Lernenden bereits mit der Muskulatur, dem Herz-Kreislaufsystem und der Atmung befasst. Nun kommt das Thema „Ernährung und Verdauung des Menschen an die Reihe. Ina wird in dieser Zeit auf einer Kur sein, wo sie mehr über ihre Stoffwechselstörung erfahren wird. Auch sind Übungen geplant, die ihr im alltäglichen Umgang mit PKU helfen...

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