7. – 8. Schuljahr

Monika Kallfelz

Eine Verdauung viele Wege

Verschiedene Verdauungssysteme verstehen und vergleichen

Angepasstheiten bei Lebewesen kommen im Biologieunterricht immer wieder vor sei es bei den Gliedmaßen, die zum Laufen, Graben, Fliegen oder Schwimmen geeignet sind, bei den Mundwerkzeugen der Insekten oder bei den Schnäbeln der Vögel. Angepasstheit zeigt sich jedoch nicht nur in äußerlichen Merkmalen. Sie kann auch die inneren Organe betreffen. Ein gutes Beispiel sind die Verdauungssysteme von Tieren. Die Ausstellung „Alles Scheiße des Pfalzmuseums für Naturkunde in Bad Dürkheim thematisiert ihre Angepasstheit sehr anschaulich (Info 1).
Info 1 | Buch und Grafiken der Ausstellung „Alles Scheiße
Info 1 | Buch und Grafiken der Ausstellung „Alles Scheiße
Das Begleitheft „Alles Scheiße zur gleichnamigen Ausstellung können Sie beim Pfalzmuseums für Naturkunde in Bad Dürkheim für 6,50€ erwerben. Sie erreichen das Museum telefonisch unter 06322  9413-0 oder per E-Mail unter info@pfalzmuseum.bv-pfalz.de.
Die schematischen Abbildungen der Verdauungstrakte hat Dr. Katharina Schneeberg erstellt. Bei Interesse erreichen Sie sie unter k.schneeberg@pfalzmuseum.bv-pfalz.de.
Daten zum Begleitbuch
John V./Kallfelz, M./Schneeberg, K./Schönborn, B./Wieland, F. (2018). Alles Scheiße. Begleitheft zur Ausstellung. Perspektiven aus dem Pfalzmuseum 8/2018.
Der Ausstellungsbereich über Verdauungssysteme zeigt Präparate von Reh, Huhn, Meerschweinchen, Marder, Wolf und Hund (Abb. 1 ). Schematische Zeichnungen der Verdauungsorgane veranschaulichen ihren Aufbau (Abb. 2 ). Beeindruckend ist das umfassende Material zu den Verdauungssystemen bei Säugetieren und Vögeln. Auch auf deren Entwicklungsgeschichte geht die Ausstellung ein (Info 2). So verknüpft sie die physiologisch-chemische Prozesse der Verdauungsvorgänge sinnvoll mit der Evolution der zugehörigen Organe.
Info 2 | Der Verdauungstrakt entwickelt sich
Info 2 | Der Verdauungstrakt entwickelt sich
Entwicklungsgeschichtlich ist der Darm eines der ältesten Organe. Das Verdauungssystem bildete sich schon bei den Vorfahren der vielzelligen Tiere als eigenes Organ heraus. Der Urdarm entstand während der Entwicklung durch eine Einstülpung der äußeren Zellschicht.
Aufgabe des Verdauungstraktes ist die Aufnahme von Nährstoffen aus der Umwelt. Dies geschieht in drei Schritten: der Einnahme der Nahrung, dem Aufschlüsseln in kleinere Nahrungspartikel und die Aufnahme dieser Partikel in den Körper. Dabei verwertet jedes Lebewesen nur einen Bruchteil der aufgenommenen Nahrungspartikel. Alle unverdaulichen Reste scheiden sie mit dem Kot wieder aus.
Beim Verdauungssystem unterscheiden wir drei Grundformen. Die erste ist ein sackförmiger Darm mit einer gemeinsamen Ein- und Ausstromöffnung. Der Mund ist hier also auch der After. Dieses Verdauungssystem finden wir beispielsweise bei Quallen. Die Vielzahl der mehrzelligen Lebewesen hat hingegen einen Einwegdarm mit getrennter Mund- und Afteröffnung. Dieser kann während der Entwicklung auf zwei unterschiedliche Arten entstehen (Abb. 6 ):
  • Die ursprüngliche Körperöffnung (Urmund) entwickelt sich zur Mundöffnung. Der After entsteht neu (Protostomie). Das können wir bei Würmern, Weichtieren und Gliederfüßern, wie Krebsen und Insekten, beobachten.
  • Der Urmund wird während der Entwicklung zum After. Die Mundöffnung entsteht neu (Deuterostomie). Dies ist bei den Stachelhäutern und allen Wirbeltieren der Fall.
Der Einwegdarm ermöglicht eine gezielte Nahrungsweiterleitung und so eine spezialisierte Verdauung. Diese passiert in den unterschiedlichen Abschnitten des Darms, jeder mit eigenen Verdauungsfunktionen. Die Abschnitte und ihre Funktionen sind bei den meisten vielzelligen Tieren gleich:
  • eine Mundhöhle zur Aufnahme und Zerkleinerung der Nahrung,
  • ein Schlund und eine Speiseröhre als Transportweg zum Magen,
  • der Magen für den chemischen, mechanischen und gegebenenfalls symbiontischen Aufschluss der Nahrung,
  • ein Dünndarm für...

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