7. – 8. Schuljahr

Elona Gutschlag

Ein Verdauungstrakt entstehtModelle zum Verdauungstrakt bauen und bewerten

Zur Wiederholung des Themas „Ernährung und Verdauung seziere ich mit den Schülerinnen und Schülern meiner 8. Klasse erst den Verdauungstrakt eines Schweines. Anschließend bauen sie in Gruppen Modelle zum Verdauungstrakt, bei dem sie das Erlernte nicht nur wiederholen, sondern auch festigen und vertiefen. Vorweg bespreche und lege ich mit ihnen die Kriterien für ein gutes Modell fest.
Modelle als Repräsentationen der Realität verstehen
Zuerst frage ich meine Schülerinnen und Schüler, was sie unter dem Begriff „Modelle verstehen. Da sie viele Modelle zu verschiedenen Themen im Biologie- und NaWi-Unterricht genutzt haben, können die meisten von ihnen hier viel beitragen. Unter anderem antworten sie:
  • Modelle repräsentieren ganz oder teilweise die Realität.
  • Modelle sind Kopien oder teilweise Kopien von etwas.
  • Mit Modellen kann man Phänomene in der Natur beschreiben.
  • Modelle können genutzt werden, wenn die Objekte zu klein bzw. zu groß oder nicht zugänglich sind.
Sie erwähnen die Beispiele verschiedener Skelettmodelle des Menschen und anderen Wirbeltieren im Biologieunterricht, Autos, mit denen Kinder spielen oder Gebäudemodelle in Museen. Diese und weitere Beispiele fassen sie in Tabelle 1 zusammen.
Die gesammelten Informationen dienen als Grundlage für eine Modellkritik: Warum sind die Modelle für die Situation trotz ihrer Grenzen bzw. unrealistischer Eigenschaften gut geeignet?
Die Beantwortung der Frage unterstützt die Schülerinnen und Schüler, Kriterien festzulegen, was ein gutes Modell erst allgemein und dann für den menschlichen Verdauungstrakt ausmacht. Bei Bedarf biete ich den Schülerinnen und Schülern Hinweiskärtchen zur Unterstützung an (Info 1).
Info 1 | Hinweise auf den Kärtchen
Info 1 | Hinweise auf den Kärtchen
  • Farben
  • Materialien
  • Größe
  • Beschriftung
  • Aufbereitung
  • Langlebigkeit
  • Handhabung
  • Grenzen des Modells
Diese geben ihnen einen Anstoß, um dann selbstständig Antworten auf die oben gestellte Frage zu finden.
Folgende Kriterien für gute Modelle zum Verdauungstrakt haben meine Schülerinnen und Schüler zusammengestellt:
  • Die Modellgröße ist optimal.
  • Die Proportionen weichen nicht viel von den Proportionen in der Realität ab.
  • Die jeweiligen Organe sind deutlich dargestellt.
  • Die wichtigsten Merkmale zur Darstellung von Struktur und Funktion sind gezeigt.
  • Bestimmte unwichtige Details wurden vernachlässigt.
  • Upcycling statt neue Materialien.
  • Das Modell ist nicht nur ein Ausstellungsstück. Es kann praktisch genutzt werden.
  • Das Modell ist haltbar und transportierbar.
Modelle bauen
Im Anschluss daran gebe ich die Aufgabe vor:
Baut ein Modell des menschlichen Verdauungstrakts.
Die Schülerinnen und Schüler kümmern sich in Gruppenarbeit um ihr Modell (AB 12 , Info 2).
Info 2 | Materialkiste
Info 2 | Materialkiste
Verschiedene Holzplatten, Knete und Modelliermasse in unterschiedlichen Farben, verschiedene Kunststoffschläuche, unterschiedlich dicke Drähte, Wasserfarben, Pinsel, Heißklebepistolen, Schwämme, Kunststofffolien, Textilstoffe, Moosgummi-Platten in unterschiedlichen Stärken und in verschiedenen Farben, Scheren, Zangen, Schrauben, Schraubenzieher, Garne, Luftballons, u.v.m.
Gern können die Schülerinnen und Schüler zusätzlich eigene Materialien mitbringen.
Als Alternative für einige Schülerinnen und Schüler, die nicht mit den Materialien aus der Kiste (Info 2) arbeiten möchten, biete ich eine andere Anleitung mit Salzteig an. Salzteig ist nicht nur sehr kostengünstig und gut modellierbar, sondern auch leicht zu färben und mit anderen Materialien gut zu kombinieren (AB 2). Der Salzteig lässt sich am besten nach dem Trocknen mit Wasserfarben bemalen. Außerdem können die Schülerinnen und Schüler an ihren Modellen mit Salzteig mögliche Verbesserungsvorschläge sofort umsetzen. Um Zeit zu sparen, wäre es möglich, den Salzteig vorher herzustellen. Wichtig ist es, auf einer dünnen,...

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