7. – 8. Schuljahr

Karl-Martin Ricker

Die Reise eines Käsebrötchens

Verdauungsvorgänge experimentell erforschen

Etwas aufgeregt drängen die Kinder der siebten Klasse in den NaWi-Raum. Heute beginnen wir mit einem neuen Thema. Noch wissen die Schülerinnen und Schüler allerdings nicht, worum es geht.
Auf dem Pult steht ein großer Torso des menschlichen Körpers mit dem Rücken zur Klasse. Die Vorderseite mit den Organen habe ich mit einem Handtuch abgedeckt. „Machen wir wieder die Organe des Menschen?, fragt mich Nele, sobald sie Platz genommen hat. „Ja und nein, antworte ich und warte einen Moment mit der Fortsetzung, „dieses Mal befassen wir uns mit unserer Ernährung und mit unserer Verdauung. Wir starten, indem wir uns mit unserem Verdauungssystem auseinandersetzen. Dabei wollen wir vor allem die Vorgänge in den Verdauungsorganen genauer erforschen. „Und wie fangen wir an? Sollen wir jetzt wieder das Innere des Körpers zeichnen?, will Hans wissen. Diese Übung kennen die Schülerinnen und Schüler schon aus dem fünften Schuljahr. Damals skizzierten sie auf eine Tapetenbahn den Umriss ihres Körpers und zeichneten ein, wie sie sich das Innere des menschlichen Körpers vorstellten. Nicht selten waren die Lungenflügel auf dem Bild viel zu klein und der Verdauungstrakt nur ein Magen mit einem Fallrohr. Wir besprachen danach die genaue Lage und die Funktionen der Organe. Die Verdauungsorgane ließen wir allerdings außen vor. Denen wenden wir uns jetzt zu.
Ein zeichnerischer Einstieg
Wir beginnen ähnlich. Die Schülerinnen und Schüler zeichnen den Umriss des Oberkörpers auf ein DIN-A3-Papier. Dann tragen sie die Lage der Verdauungsorgane ein. Das ist eine gute Auffrischung des Gelernten. Außerdem erfahre ich bei der Gelegenheit, was den Schülerinnen und Schülern nach einem Jahr noch im Gedächtnis geblieben ist. Bei dieser Aufgabe ziehe ich Partnerarbeit der Einzelarbeit vor. Auf diese Weise findet ein intensiverer Austausch zwischen den Kindern statt und lernschwächere Kinder können sich besser einbringen. Mit den Ergebnissen bin ich zufrieden: Die wichtigsten Organe sind in der Regel an der richtigen Stelle und in passender Größe dargestellt.
Das provokante Käsebrötchen
Während die letzten Striche gezeichnet werden, packe ich in aller Ruhe ein Käsebrötchen aus. „Herr Ricker! Wir dürfen hier doch nicht essen!, protestiert Lisa. Recht hat sie. „Okay, dann hebe ich mir das für die Pause auf. Aber erzählt mir doch mal, was mit dem Käsebrötchen passiert, wenn ich es esse und verdaue. Die Zerkleinerung durch die Zähne und das Einspeicheln der Nahrung können auch leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler beschreiben. Der weitere Weg wird von der Klasse gemeinsam in etwa so beschrieben: „Nach dem Zerkleinern rutscht das Käsebrötchen durch die Speiseröhre in den Magen, wo es verdaut wird. Der Rest wird dann durch den Dünn- und Dickdarm nach unten befördert und schließlich ausgeschieden. Die Bauchspeicheldrüse gibt noch mal Speichel dazu, damit es besser rutscht. Die Frage, warum wir überhaupt regelmäßig essen und trinken müssen, ist auch rasch beantwortet: „Damit wir satt sind und keinen Durst haben. Jakob ergänzt: „Damit wir wachsen können. Stimmt, aber es steckt noch viel mehr dahinter.
Fünf Expertengruppen forschen
Im weiteren Verlauf der Doppelstunde gebe ich das Arbeitsblatt 1 aus. Mit diesem eignen sich die Lernenden Grundkenntnisse über die Lage und die Aufgaben der Verdauungsorgane an. In der darauffolgenden Doppelstunde bilden wir Expertengruppen aus je fünf Personen. Jede Gruppe bearbeitet eins der fünf nachfolgenden Themen:
  • 1. Mund und Speiseröhre
  • 2. Magen
  • 3. Zwölffingerdarm
  • 4. Dünndarm
  • 5. Dickdarm und Enddarm
Thema 1 und 5 stelle ich als weniger anspruchsvoll vor. Nach der Sichtung der ausgelegten Anregungsbögen reicht dieser Hinweis aus, damit sich die Schülerinnen und Schüler passend zu ihrem Leistungsniveau einer Gruppe zuordnen.
In dieser Unterrichtseinheit möchte ich das selbstständige...

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